Ein anderes Land, die gleichen Emotionen: Wie vor vier Jahren die Deutschen, feiern jetzt die Südafrikaner die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Mit ihrer geliebten Elf, der "Bafana Bafana", erhoffen sich die Fans am Kap ein "Wintermärchen". Es ist dort bei frischen Temperaturen bereits Winter – was der Stimmung keinen Abbruch tut: Besonders in und um Johannesburg herrscht Ausnahmezustand, 100.000 Menschen feierten die Mannschaft bereits vor dem Start im offenen Bus auf den Straßen. 30.000 Fans rockten beim Eröffnungskonzert in Soweto. Und beim Public Viewing an der "Waterfront" in Kapstadt gibt es Party-Alarm – bevor überhaupt das erste Spiel zu sehen ist. Das Motto der WM symbolisiert die fröhliche Ungeduld. Es lautet "Ke Nako" – übersetzt: "Es ist an der Zeit."
Und so freuen sich ein Land und ein ganzer Kontinent unbändig auf ein Großereignis, das der Welt zeigen kann, dass Afrika mehr ist, als Gewalt und Elend. Joseph Blatter, Präsident des Fußball-Weltverbandes Fifa, der die Vergabe an Südafrika maßgeblich gefördert hat, tönt bereits vom "größten Spektakel der Welt" und setzt noch eins drauf: "Es wird ein Fest der Menschlichkeit." Und ein Fest des Geldes: Die Fifa rechnet mit Einnahmen von 2,8 Milliarden Euro. Ein satter Gewinn wird hängen bleiben. Den südafrikanischen Organisatoren wurde eine Garantie von 80 Millionen Dollar gegeben.
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